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Rollsport

Info unter www.skaten-kl.de/

Tückische Rollen unter den Füßen

Eis- und Rollsportverein bietet Schnupperkurs für Skater an


Asphalt in reiner Form überzieht die 250 Meter lange Bahn. Dazwischen, 20 auf 40 Meter groß, ein fast elegant wirkendes dunkelgraues Feld. Die Geräusche, die Lukas aus Siegelbach gerade fabriziert, passen zu einer Dampflok, bei der die Räder blockieren. Lukas nimmt am Schnupperkurs des Eis- und Rollsportvereins Kaiserslautern (ERV) teil und übt bremsen. Mit ihm tummeln sich etwa 20 Teilnehmer auf der Skaterbahn des ERV, die sich am Ende der Sportanlage des TuS Hohenecken findet.



„Bremsmanöver einleiten, rollen lassen. Ein Bein nach vorne und stehen." Robert Carbanje, Übungsleiter beim ERV, hat gut reden. Bei ihm verhalten sich die orangefarbenen Rollen unter seinen Füßen nicht so heimtückisch wie bei Ann-Kathrin. Das Mädel steht das erste Mal auf Inlinern und gibt ihr Bestes. Die Rollen leider auch. Ups, der Asphalt kommt näher. Ihr Papa und Jutta Bär, eine weitere Skate-Trainerin, schnappen sich die Neunjährige. Rechts zwei Beine auf acht Rollen, links das gleiche, da werden die jeweils vier Rollen unter den eigenen Füßen doch erheblich stabiler. Ein paar Mal die Übungsbahn rauf und runter. Schon klappt es bei Ann-Kathrin auch ohne die seitlichen „Stützräder".

Lukas (13), Hannah (11) und Daisy (10) fahren zuhause in Siegelbach auf dem Schulhof zu gerne Inliner. Die Sache mit dem Bremsen, die wollen sie jetzt richtig lernen. „Ich habe gerade überhaupt keine Ahnung, wie das jetzt sein soll." Bevor es los geht, hadert Hannah mit ihren Schützern. Die Knie sind relativ schnell verpackt. Der Helm macht auch keine Mucken. Nur, wie funktioniert das mit dem Ellenbogenschutz? Trainerin Bär hilft geduldig und zeigt gleich noch die Handhabung beim Handgelenkschützer. Bär selbst rollt auf deutlich größeren Rollen mit niedrigeren Schuhen als die Schnupperkursfahrer. Ihr Rat: „Am Anfang spielt die Art des Inliners noch nicht die große Rolle. Wichtig ist, der Fuß fühlt sich wohl im Schuh und der Knöchel erfährt ausreichend Stütze."

Auf dem Übungsfeld rollt, bremst und übt eine bunte Mischung. Nach Spaß sieht es bei allen aus. Schnell werden die ersten Jacken zur Seite geworfen. „Ich habe jetzt schon Muskelkater", ruft eine Frau in die Runde. „Die Technik stimmt nicht. Mehr in die Knie gehen und ganz wichtig: nach vorne schauen. Beraubt euch nicht des natürlichen Horizontes, indem ihr nur nach unten schaut."

Robert Carbanje scheint überall zu sein. Gerade hat er noch mit Lukas die Sache mit dem Bremsen durchgesprochen, vorgemacht, ihm was von unfreiwilligen Pirouetten und Querbewegungen, die nach unten führen erzählt. Schon düst er weiter, um zwei junge Frauen nach ihrem Lieblingsfuß zu befragen. Der soll bitte unten bleiben. Der andere bremst.

„Ja, welcher ist denn nun der richtige Fuß?" Solche bedeutungsschweren Fragen hat Mario Rheinheimer längst für sich entschieden. Der junge Mann hat für den Skatemarathon am 15. Mai in Mannheim gemeldet. Ein wenig an der eigenen Technik zu feilen, ist heute sein Ziel. „Damit ich mich selbst nicht unnötig auspowere." „Wow, wie der abgeht?" Bewundernde Blicke wirft der kleine Louis aus Waldfischbach dem großen Mario hinterher. Der eine rollt in Windeseile außen über den Rundkurs und sucht Nuancen zu verfeinern. Der andere hängt unsicher an Mamas Arm, überwältigt von der rollenden Eigendynamik unter seinen Füßen. Das Glitzern in seinen Augen verrät allerdings bereits nach den ersten zaghaften Versuchen: „Skaten ist was Feines."

Die Skate-Nights und dort fest gestellte Bremsmankos sind der Ursprung des Schnupperkurses, erzählt ERV-Vorsitzender Martin Schicker, während er gemütlich den Besen über den Asphalt schiebt.


Quelle: DIE RHEINPFALZ vom 12. April 2010
von Doris Theato


 
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